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Bericht
von der Crufts 2006
(Christa Riebel, März 2006)
Ein
Besuch auf der Crufts 2006 – ein unvergleichliches Erlebnis
In
diesem Jahr war es nun endlich soweit, mein erster Besuch auf
der Crufts Dog Show als der weltgrössten Hundeausstellung stand an.
Das NEC – National Exhibition Centre – in Birmingham umfasst
fünf riesige Hallen, an vier Tagen bevölkerten mehr als 22.000
Hunde das Gelände. Ich möchte dazu noch unbedingt anmerken,
auch am vierten Tag konnte man noch überall laufen ohne dass alles
von Hundehaufen übersät war, die Hundebesitzer in England sind
sehr diszipliniert.
Bereits
im Vorfeld war klar zu erkennen wie gut und straff die Organisation war,
meine Eintrittskarten, Parkplatzkarte, etc. wurden bereits Wochen zuvor
zugestellt. Auch bei der Ankunft kam man gut voran, alles war gut ausgeschildert,
die Abfahrt gestaltete sich ebenso unkompliziert.
Timmy (Koseilata’s Three Times A Lady) hatte sich im Vorjahr auf
der CACIB in Liege als Bester Rüde für die Crufts qualifiziert,
und so habe ich ihn beim englischen Kennel Club registrieren lassen und
gemeldet. Am 8. März bin ich mit Timmy und seinem Onkel Chancy (Superfly’s
Upper Class) per Auto und Schiff gen England aufgebrochen. Wir haben in
Hoek van Holland eingecheckt, es war überhaupt kein Problem. In Harvich
angekommen, wurden nur die Chipnummer und der Impfpass nochmals kontrolliert.
Wir haben uns dann auf den Weg gemacht zu Bekannten von Barbara, die mir
freundlicherweise diese Übernachtungsgelegenheit vermittelt hatte.
Wir verbrachten dort einen wunderschönen Tag zum Ausruhen und sind
dann am Freutag, den 10. März zur Crufts gefahren.
Nachdem ich mit meinen beiden Hunden den Einlass passiert hatte galt es
die eigene „bench“ zu finden, diese sind nach Katalognummern
pro Tag sortiert. Dabei handelt es sich um eine lange Bank, die in einzelne
Abteile unterteilt ist wo man die Hunde in einem Korb oder Käfig
unterbringen kann. Chancy und Timmy machten es sich gemütlich und
ich ging am Ringrand schauen.
Es ist einfach beeindruckend mehrere Klassen mit mehr als 25 Hunden bestückt
zu sehen. Die Hunde laufen zunächst in Gruppen, dann erfolgt das
Einzelrichten: auf den Tisch, ein Dreieck laufen und dann wieder anschliessen.
Die Richterin bei den Hündinnen bevorzugte ganz klar einen Typ, besonders
die Hündinnen in der Open Class in der auch die Champions ausgestellt
werden waren eine Augenweide, aber auch die anderen Klassen konnten mit
wirklich ganz vorzüglichen Rassevertreterinnen aufwarten.
In England den Championtitel zu erlangen ist wahrhaft nicht einfach. Zunächst
einmal muss die Rasse eine bestimmte Anzahl von beim Kennel Club registrierten
Hunden vorweisen können, sprich Minderassen können gar keinen
Championtitel erwerben. Dann muss der Hund oder die Hündin nach meinem
Verständnis auf drei verschiedenen Ausstellungen unter drei verschiedenen
Richtern Bester Rüde bzw. Beste Hündin werden, dann darf er
bzw. sie sich Champion nennen.
Die Richterin bei den Rüden war nicht ganz so auf Typ und Farbe fixiert,
ihr war vor allem das Gangwerk wichtig. Auch hier waren die Klassen qualitativ
und quantitativ stark besetzt und es ist ein wirklich erhebendes Gefühl
überhaupt in so einer Klasse von 28 Rüden stehen zu dürfen.
Ihr Siegerrüde war der Gewinner der Open Class, der wirklich über
ein sehr schönes Gangwerk verfügte. Bei dieser Gelegenheit musste
ich wieder einmal feststellen, dass Fotos nicht immer besonders aussagekräftig
sind, der Siegerrüde ist in natura viel besser als er auf dem Foto
wahrgenommen wird.
Die Atmosphäre ist sehr angenehm, die Leute sind ruhig, freundlich
und sehr hilfsbereit. Eine sehr schöne Einrichtung ist „Discover
Dogs“ in Halle 3, dort gibt es für viele Rassen einzelne Stände
auf denen man ganz betont Familienhunde einer Rasse der interessierten
Öffentlichkeit präsentiert. An dem Stand sind Experten, Züchter,
Besitzer und Tierärzte vertreten, die auf alle Fragen antworten und
die Leute bezüglich der Rasse beraten.
Hier hatte mein inzwischen fast elfjähriger Chancy seinen grossen
Auftritt, er wurde bewundert, gestreichelt, mit Hundekuchen gefüttert,
ein Whippet aus Deutschland hier auf der Crufts, das fanden die Leute
doch einmalig. Der Tierarzt lobte ihn für seine tolle Verfassung
was ich auch an die Züchterin weiterleiten möchte. „Discover
Dogs“ erfreut sich ständig wachsender Beliebtheit und wäre
sicherlich auch hierzulande eine Überlegung wert.
Man kann auf der Crufts auch sehr leicht dem Kaufrausch verfallen, das
Angebot ist gigantisch, von Freizeitkleidung bis hin zu Hundezubehör
aller Art, von teuren Gemälden bis zu Vitaminen gibt es alles was
das Herz begehrt. Für mich waren besonders die verschiedenen Skulpturen,
Bronzen und Gemälde interessant, die sind hierzulande ja doch Mangelware.
Es gab viele wunderschöne Hunde aller Rassen zu bewundern, der schönste
Hund aller Rassen wurde der Australian Shepherd Dog vor dem traumhaften
Foxterrier, der am Freitag die Hound Group gewann. Sehr gut gefallen haben
mir auch die Irish Wolfhounds, die sehr athletisch und leichtfüßig
waren. Ganz toll auch ein Weimaraner, ein Hungarian Viszla, ein toller
Neufundländer, und, und, und.
Ein Besuch auf der Crufts ist ein tolles Erlebnis, ich fahre mit Sicherheit
wieder hin. In England spürt man als Hundebesitzer eine hier nicht
so gekannte Akzeptanz, der Hund ist wie das Pferd ein wichtiger Bestandteil
des Lebens für den Engländer. So berichtet BBC2 auch jeden Abend
zwei Stunden von der Crufts. Wir hatten jede Menge Spass, die Hunde vor
allem auch in Newmarket, wo man auf der Heath – endloses Grasland
auf dem die Rennpferde trainiert werden – ab Mittag mit den Hunden
laufen darf. Das ist ein wahres Paradies, und ich werde bestimmt jetzt
öfters mit den Hunden nach England fahren.
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